Elektrische Arbeit und Leistung
Elektrischer Stromkreis- Elektrische Spannungsquellen
- Messung von Stromstärke und Spannung
- Elektrische Arbeit und Leistung
- Veränderung von Spannungen im Gleich- und Wechselstromkreis
- Elektronische Verstärkung
Elektrischer Stromkreis
- Ein elektrischer Stromkreis besteht aus einer Spannungsquelle, einem elektrischen
"Verbraucher" und den leitenden Verbindungen.
- Der Widerstand der elektrischen Leitungen wird meist vernachlässigt.
- Der Widerstand der elektrischen Leitungen muss berücksichtigt werden
- bei energiearmen elektrischen Signalen (Aktionspotentialen des Organismus),
- bei hohen Stromstärken, wenn sich die Leitungen erwärmen und
- bei der Übertragung elektrischer Energie über große Entfernungen.
- Elektrische Stromkreise werden mit Schaltsymbolen in Stromlaufplänen dargestellt.
- Bei elektrischen Stromkreisen mit Gleichstrom können wir die konventionelle
Stromrichtung ( Ladungsbewegung von +Pol zum -Pol) einzeichnen.
- Bei Wechselstromkreisen kann keine Stromrichtung eingetragen werden.
- Die Stromstärke in einem Stromkreis bestimmt sich nach dem Ohmschen Gesetz
: I = U / R
- Ohmsche Widerstände als Verbraucher können entweder in Serie oder Parallel
geschaltet werden.
- Sind neben Ohmschen Widerständen auch kapazitive und induktive Widerstände
enthalten, sprechen wir von Impedanzen.
Elektrische Spannungsquellen
- Elektrische Generatoren liefern durch Umwandlung mechanischer Energie elektrische
Energie.
- Bei Einphasengeneratoren wird eine Spule relativ zu einem Magnetfeld rotiert.
Es entsteht eine sinusförmige Wechselspannung.
- Bei Dreiphasenwechselstromgeneratoren werden drei unabhängige Wechselspannungen
phasenverschoben durch drei Induktionsspulen in einem Generator erzeugt.
- Mit mechanischen Generatoren können Wechselspannungen mit Frequenzen bis
10 kHz erzeugt werden.
- Höherfrequente Wechselspannungen und Wechselspannungen mit nicht sinusförmigem
Verlauf werden durch elektronischen Generatoren erzeugt.
- Chemische Gleichspannungsquellen = galvanische Elemente erzeugen als Primärzellen
(Batterien) oder Sekundärzellen (Akkumulatoren) Gleichspannungen durch die Umwandlung
chemischer Energie in elektrische Energie.
- Primärzellen bestehen aus zwei metallischen Reaktionspartnern, die durch
einen Elektrolyten verbunden sind.
- Die Nennspannung ist die elektrische Potentialdifferenz der beiden Elektroden
im stromlosen Zustand.
- Verbindet man die beiden Elektroden durch einen Leiter, beginnt der gewünschte
Elektronenstrom im äußeren Stromkreis zu fließen, während im Elektrolyten ein
innerer Ionenstrom entsteht.
- Die Klemmspannung ist die elektrische Potentialdifferenz zwischen den beiden
Elektroden bei Stromfluß.
- Die Kapazität einer galvanischen Zelle wird in Amperestunden Ah als Maß
für den Ladungsinhalt angegeben.
- Zur Leistungsanpassung muss der innere Widerstand der galvanischen Zelle
gleich dem äußeren Widerstand sein. Dann kann die maximale Energie entnommen
werden.
- Das Quecksilberoxyd-Element ist eine weit verbreitete Batterie ("Knopfzelle"),
die ein hohes Umweltrisiko birgt.
- Reaktionsgleichung: HgO + Zn -> Hg + ZnO
- Nennspannung : 1,24 V Klemmspannung : 1,35 V
- Sekundärzellen = Akkumulatoren sind galvanische Zellen, bei denen der chemische
Prozess umkehrbar ist und die als Speicher für elektrische Energie eingesetzt
werden.
- Nach Entladen des Akkumulators wird er durch elektrischen Gleichstrom wieder
aufgeladen. Akkumulatoren können mehrere hundert Lade-Entladezyklen durchlaufen.
- Die Akkumulatoren belasten die Umwelt durch ihren Schwermetallgehalt.
- Pb-Akkumulator
- PbO2 + Pb + 2 H2SO4 - <-> - > 2 PbSO4
+ H20; (-> Entladen ; <- Laden)
- Höhere Gleichspannungen werden durch Serienschaltung von Primär- oder Sekundärzellen
erzielt.
- Höhere Kapazitäten für Gleichspannungsquellen werden durch Parallelschaltung
erreicht.
- Anmerkung: Photodetektoren und Thermoelemente werden im Sommersemester besprochen.
Messung von Stromstärke und Spannung
- Die Stromstärke in einem Stromkreis wird mit einem Amperemeter in Serienschaltung
zum Verbraucher gemessen.
- Die Spannung in einem Stromkreis wird einem Voltmeter in Parallelschaltung
zum Verbraucher oder zur Spannungsquelle gemessen.
- Bei sinusförmigen Wechselströmen und Wechselspannungen können wir
- die momentane Stromstärke und momentane Spannung,
- die Scheitel- oder Spitzenstromstärke und die Scheitel- oder Spitzenspannung,
- den Effektivwert der Stromstärke und der Spannung messen.
- Der Effektivwert der Stromstärke ist die Stromstärke eines Gleichstromes,
der an einem ohmschen Widerstand die gleiche Wärmewirkung hervorruft wie der zu
messende Wechselstrom : Ieff = 0,707·I0
- Effektivwert der Spannung : Ueff = 0,707·U0
Elektrische Arbeit und Leistung
- Die elektrische Arbeit ist das Produkt aus elektrischer Ladung und elektrischer
Spannung:
- Durch Einsetzen von I = Q / t erhält man die elektrische Arbeit als das Produkt
aus Stromstärke, Spannung und Zeit:
- Wel = Q·U = I·U·t
- Die Einheit der elektrischen Arbeit ist 1 Joule = 1 W·s = 1 V·A·s
- Wird nur ein Elektron (eine Elementarladung) bewegt, ist die Energie des Elektrons
das Produkt aus elektrischer Elementarladung und Spannung.
- We = e·U :
- Die Energie eines Elektrons wird in Elektronenvolt (eV) angegeben.
- Die elektrische Leistung ist der Quotient aus elektrischer Arbeit und Zeit
oder das Produkt aus Stromstärke und Spannung.
- Die Einheit der elektrischen Leistung ist 1 W = 1 V·A
Veränderung von Spannungen im Gleich- und Wechselstromkreis
- In einem Stromkreis mit idealen Leitungen fällt die Spannung am ohmschen Widerstand
linear ab.
- Potentiometerschaltung: Teilspannungen können kontinuierlich an einem Widerstand
mit einem variablen Abgriff (Potentiometer) abgegriffen werden.
- Spannungsteilerschaltung : Teilspannungen können stufenweise an einer Serienschaltung
von ohmschen Widerständen abgegriffen werden.
- Die Spannungsteilung mit ohmschen Widerständen und Potentiometer ist frequenzunabhängig.
- In einem Stromkreis kann die Stromstärke nach dem Ohmschen Gesetz
- durch Verringerung der Spannung -> Spannungsteilung oder
- durch Erhöhung des ohmschen Widerstandes mit einem regelbaren oder festen
Vorschaltwiderstand verändert werden.
- Wechselspannungen können durch Transformatoren erhöht oder erniedrigt werden.
- Ein Transformator besteht aus einer Primärspule mit der Windungszahl W1,
einem geschlossenen Eisenkern und einer Sekundärspule mit der Windungszahl W2.
- Die Spannung wird im Verhältnis der Windungszahlen verändert:
- U1 : U2 = W1 : W2
- Leistungsbilanz: Die Leistung primär- und sekundärseitig muß erhalten bleiben
(ohne Energieverluste des Transformators) : I1·U1 = I2·U2
- Die Ströme verändern sich umgekehrt zu den Spannungen.
Elektronische Verstärkung
- Leistungsschwache Signale müssen vor ihrer Weiterverarbeitung elektronisch
verstärkt werden.
- Das Prinzip der elektronischen Verstärkung besteht darin, daß das leistungsschwache
Signal am Verstärkereingang einen leistungsstarken Stromkreis im Verstärkerausgang
steuert.
- Die notwendige Energie wird einer anderen Energiequelle entnommen.
- Wir bezeichnen
- als Stromverstärkung das Verhältnis von Ausgangsstrom zu Eingangsstrom,
- als Spannungsverstärkung das Verhältnis von Ausgangsspannung zu Eingangsspannung
und als
- Leistungsverstärkung das Verhältnis von elektrischer Leistung im Ausgangskreis
zur Leistung im Eingangskreis.
- Eine elektronische Verstärkung kann nur mit aktiven elektronischen Bauteilen
mit Röhrentrioden, Mehrelektrodenröhren oder mit Transistoren erreicht werden.
- Als integrierte Schaltkreise IC bezeichnen wir die Miniaturisierung ganzer
Verstärkerstufen mit zahlreichen Transistoren, Widerständen und Kapazitäten
auf Halbleiterplättchen (Chips).
- Elektronische Verstärker müssen für einen bestimmten Frequenzbereich ausgelegt
werden.
- Als Frequenzgang bezeichnen wir den Verlauf des Verstärkungsfaktors als
Funktion der Frequenz.
- Als Frequenzbereich = Bandbreite wird jener Frequenzabschnitt betrachtet,
in dem die Verstärkung innerhalb bestimmter Grenzen konstant bleibt.< /LI >
- Um die Signalquelle möglichst wenig zu belasten, muss der Eingangswiderstand
eines Verstärkers möglichst hoch sein.
- Für eine Leistungsanpassung muss der Ausgangswiderstand des Verstärkers gleich
dem Lastwiderstand sein.
- Um ein nachfolgendes Gerät nicht zu belasten, muss der Ausgangwiderstand des
Verstärkers klein gegenüber dem Eingangswiderstand des Folgegerätes sein.
- Jeder Verstärker ist in seinem Arbeitsbereich
- nach kleinen Signalamplituden durch sein Rauschen,
- nach großen Signalen durch seine Übersteuerung begrenzt.
Begriffe: Elektrische Arbeit Elektrische Leistung
Energie eines Elektrons Verbraucher elektrische Leitung
Schaltsymbole Spannungsquelle konventionelle Stromrichtung
Generator Dreiphasenwechselstrom Primärzelle
Sekundärzelle Nennspannung Klemmspannung
Kapazität Strommessung Spannungsmessung
effektive Stromstärke effektive Spannung Potentiometerschaltung
Spannungsteiler Vorschaltwiderstand Transformator
Primärspule Sekundärspule Leistungsbilanz
Aktive Bauteile Verstärkung Frequenzgang
Bandbreite Eingangswiderstand Ausgangswiderstand
Rauschen Übersteuerung
Bilder: Elektrische Arbeit und Leistung
1. Elektrischer Gleichstromkreis mit ohmschen Verbraucher
2. Elektrischer Wechselstromkreis mit ohmschen Verbraucher
3. Schaltsymbole der Elektrotechnik
4. Die Schaltung von Amperemeter und Voltmeter zur Messung von Stromstärke
und Spannung in einem Stromkreis
5. Serienschaltung und Parallelschaltung von ohmschen Widerständen
R1, R2

siehe auch Physikatlas p150
6. Serienschaltung und Parallelschaltung von galvanischen Zellen

siehe auch Physikatlas p150
7. Scheitelwert, Momentanwert und Effektivwert der Stromstärke

siehe auch Formel zu diesem Kapitel
8. Spannungsabfall längs eines ohmschen Widerstandes ohne und
mit Erdung
9. Teilspannung an einer Potentiometerschaltung
10. Teilspannungen an einer Spannungsteilerschaltung
11. Strombegrenzung durch einen Vorschaltwiderstand
12. Transformator
U1:U2=W1:W2
Leistungsbilanz:
i1*U1=i2*U2
13. Elektronische Verstärkung
Verstärkersymbole:
Prinzipskizze
eines Verstärkers

|
Signalquelle
|
Verstärker
|
Last
|
Eingangsspannung
UE |
Spannungsverstärkung
v=UA/UE
|
Ausgangsspannung
UA |
Innenwiderstand
RS |
RS << RE RA
<< RL
Bei Leistungsanpassung gilt:
RA
= RL
|
Lastwiderstand
RL |
Eingangsstrom
iE=UE/(RS+RE) |
|
Ausgangsstrom
iA=UA/(RA+RL) |
Leistung im
Eingangskreis
PE=iE*UE |
|
Leistung im
Ausgangskreis
PA=iA*UA |
Animation galvanisches Element (Batterie)

Animation ohmsches Gesetz

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