Elektrische Ladung und elektrischer Strom
Elektrische Ladung und Ladungserhaltung-
Elektrischer Strom und Stromarten
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Stromdichte im lebenden Körper
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Leiter und Isolatoren
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Elektrischer Widerstand und elektrische Leitfähigkeit
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Stromwirkungen
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(siehe Physik-Manager "Der Aufbau der Materie")
Elektrische Ladung und Ladungserhaltung
- Wir unterscheiden positive (+) und negative (-) Ladungen.
- Das elektrische Elementarquantum e ist die kleinste Ladung, die in der Natur frei vorkommt:
- e = 1,602·10-19 C ...................... 1 C = 6,242·1018 e
- Alle beobachtbaren elektrischen Ladungen Q sind ganzzahlige
Vielfache des elektrischen Elementarquantums:
- Q- = n · e- .................... Q+ = n · e+ : ...................n = 1,2 ..........
- Elektrische Ladungen sind an materielle Ladungsträger
gebunden.
- Ladungsträger sind
- Elektronen (e-) und Positronen (e+),
- Protonen (p) und Antiprotonen (p-),
- positive (Na+, Ca++) und negative (Cl-, OH-, O--) Ionen.
- Gesetz von der Ladungserhaltung:
- In einem abgeschlossenen System ist die Summe aller elektrischen
Ladungen konstant.
Elektrischer Strom und Stromarten
- Elektrischer Strom ist die gerichtete Bewegung elektrischer Ladungsträger.
- Die elektrische Stromstärke ist der Quotient aus Ladung und Zeit :
- I = Q / t :
- Einheit der elektrischen Stromstärke : 1 A = 1 C/s
- Elektronen und negative Ionen bewegen sich zur Anode = positiver Pol
- Positiv geladenen Ionen bewegen sich zur Kathode = negativer geladener Pol
- Nach der Bewegungsrichtung der elektrischen Ladungen unterscheiden
wir Gleichströme und Wechselströme:
- Bei Gleichstrom bewegen sich die Ladungsträger eines
Vorzeichens nur in eine Richtung.
- Bei Wechselstrom ändern die Ladungsträger ihre Bewegungsrichtung.
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| Simulation eines Stromkreises mit Sinus- und
Rechteckströmen |
Stromformen |
- Nach dem Frequenzbereich unterscheiden wir niederfrequente,
hochfrequente und höchstfrequente Wechselströme.
- Die Stromformen werden nach ihrem Stromstärke-Zeitverlauf I = I(t) bezeichnet.
- In der Energietechnik dominieren sinusförmige Wechselströme.
- In der Datentechnik dominieren Impulsströme.
- In der Elektromedizin werden, Rechteck-, Dreieck-, Sägezahn-
und Schwellströme verwendet.
- Jeder Gleichstrom mit veränderlicher Stromstärke
kann in einen Gleichstrom konstanter Stromstärke und einem
überlagerten Wechselstromanteil zerlegt werden.
Stromdichte im lebenden Körper
- Wird biologisches Gewebe von Strom durchflossen, ist die Stromstärke
von Ort zu Ort verschieden.
- Die elektrische Stromdichte j ist ein Vektor, dessen Betrag
gleich dem Quotienten aus Stromstärke und stromdurchflossener
Fläche ist :
- j = I / A : Einheit der elektrischen Stromdichte :A / m²
- Das elektrische Strömungsfeld besteht aus Linien gleicher Stromdichte.
- Wir besitzen kein Sinnesorgan für elektrische Ströme.
- Die biologische Wirkung hängt von der Stromdichte und der Frequenz ab.
- Niederfrequente Ströme mit geringen Stromdichten führen
zur Reizung von Nerven- und Muskelzellen.
- Hochfrequente Ströme mit höheren Stromdichten führen
zur Erwärmung des Gewebes.
- Diese Eigenschaften macht man sich in der Elektrotherapie zunutze
(siehe Kapitel Elektromedizin Sommersemester)
- Elektrounfall
- Der menschliche / tierische Körper wird unbeabsichtigt von einem
elektrischen Strom durchflossen.
- Die Schadwirkungen hängen von Stromstärke, Strompfad und Einwirkungszeit
ab.
- Niederfrequente Ströme führen bei Stromstärken um 40mA zu
Muskelkontraktionen und Reizleitungsstörungen in Organen wie Herz und
Gehirn.
- Nieder- und hochfrequente Ströme führen bei großen Stromstärken zu
Verbrennungen des Gewebes entlang der Strombahn.
Leiter und Isolatoren
- Leiter sind Stoffe, in denen frei bewegliche elektrische Ladungen
vorhanden sind.
- Durch die Kraftwirkung eines elektrischen Feldes werden die
elektrischen Ladungen verschoben = Verschiebungsstrom.
- Isolatoren sind Stoffen, in denen die Ladungen fest an die
Atome gebunden sind.
- Unter der Kraftwirkung eines elektrischen Feldes verschieben
sich die elektrischen Ladungen nur um einen Atomdurchmesser =
Dielektrische Polarisation.
- Halbleiter sind Stoffe, deren elektrische Leitfähigkeit
stark von verschiedenen Umgebungsbedingungen (Temperatur, Einstrahlung
von Licht, Röntgenstrahlen, Dotierung) abhängt.
- Die wichtigsten Halbleiterelemente der modernen Elektronik
sind die Elemente der 4. Gruppe C, Si, Ge
- Leiter I. Klasse (Metalle) : Elektronenstrom = Ladungsbewegung
ohne Materietransport
- Leiter II. Klasse (Elektrolyte) : Ionenstrom = Ladungsbewegung
mit Materietransport
- Körpergewebe und
Körperflüssigkeiten sind Leiter 2. Klasse.
- Gase sind
- Isolatoren, wenn keine Ladungsträger vorhanden sind und
- Leiter, wenn Elektronen und/oder Ionen vorhanden sind.
Elektrischer Widerstand R und elektrische Leitfähigkeit 1/R
- In jedem Stoff hemmen energieverzehrende Wechselwirkungen
die Bewegung der Ladungen (siehe Wärmewirkung).
- Das Verhalten des Stoffes gegenüber Ladungsbewegung wird
zahlenmäßig durch den spezifischen elektrischen Widerstand
s
beschrieben.
- Der spezifische elektrische Widerstand
s
ist eine Materialkonstante
und wird für ein Volumen von 1m Länge und 1 m²
(oder 1mm²) Querschnittsfläche angegeben.
- Die Einheit des spezifischen elektrischen Widerstandes
s
ist 1 Ohm·m (1
W m).
- Die spezifische elektrische Leitfähigkeit ist der Kehrwert
des spezifischen elektrischen Widerstandes.
- Der elektrische Widerstand R eines Stoffes ist
- direkt proportional dem spezifischen elektrischen Widerstand
s
(W
m)
und
- der Länge des Leiters l (m)
- und verkehrt proportional der Querschnittsfläche
A (m²).

- Die Einheit des elektrischen Widerstandes ist 1 Ohm
(1 W).
- Die elektrische Leitfähigkeit ist der Kehrwert des elektrischen Widerstandes
R.
- Die Einheit der elektrischen Leitfähigkeit ist 1 Siemens = 1/Ohm
- Der elektrische Widerstand R hängt von der Temperatur ab : R = R(T)
- Der Messfühler eines Widerstandsthermometers ändert seinen
elektrischen Widerstand mit der Temperatur : DR
~ DT
- Pt 100 : Ein hochpräziser Temperaturfühler aus einer Platinspirale
mit genau 100
W
Widerstand bei 20°C. Eine Temperaturänderung erhöht oder
verringert den elektrischen Widerstand des Fühlers Pt100. Diese
Widerstandsänderung wird mit einer Brückenschaltung (Wheatstonesche
Brücke).
- Heißleiter, Kaltleiter : Temperaturfühler aus
Halbleitermaterialien mit einem positiven oder negativen
Temperaturkoeffizienten DR /DT
- Supraleitung: Unterhalb einer bestimmten tiefen Temperatur
= Sprungtemperatur sinkt der elektrische Widerstand bestimmter
Stoffe = Supraleiter auf 0 Ohm.
- Supraleitende Spulen werden in der Kernspinresonanztomographie verwendet.
- Die Spulen zur Erzeugung des notwendigen, starken
Magnetfeldes von 0,5 – 4 Tesla müssen dazu auf die Temperatur des
flüssigen Heliums (T ~ 4 K ~ -269°C) abgekühlt werden.
Stromwirkungen
- Wärmewirkung
- Jeder stromdurchflossener Leiter erwärmt sich.
- Die entwickelte Wärmemenge = Joulesche Wärme ist
dem Quadrat der Stromstärke proportional.
- Technische Anwendungen : Elektroheizungen und -öfen, Lichtquellen
(Temperaturstrahler), Metallbearbeitung (Schmelzen, Verdampfen,
Schweissen)
- Medizinische Anwendungen : Hitzesterilisation, Thermokauter,
Hf-Chirurgie, Diathermie
- Chemische Wirkungen
- In Elektrolyten kommt es durch die Ionenbewegung an den Elektroden
zu Entladung der Ionen und zu chemischen Reaktionen = Elektrolyse.
- Elektrolyse ist die Zerlegung eines Leiters II. Klasse bei
Stromdurchgang.
- Technische Anwendungen :
Herstellung reiner Stoffe (Gase,Metalle), Galvanisieren (Verchromen,
Vergolden), elektrolytische Zerlergung des Wassers
(Wasserstoffgewinnung), Batterien und Akkumulatoren
- Medizinische Anwendungen :
Elektrophorese, Iontophorese, nicht polarisierbare Köperelektroden (Ag(AgCl-Elektroden)
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- Magnetische Wirkung
- Jeder stromdurchflossene Leiter ist von einem ringförmigen
magnetischen Feld umgeben.
- Technische Anwendungen :
Elektromagnete in allen Elektromotoren, Transformatoren, Fernsehgeräte
mit Bildröhren
- Medizinische Anwendung :
Magnetfeldtherapie, Kernspinresonanztomographie
Begriffe: Elektrisches Elementarquantum Elektrische Ladung
Ladungserhaltung Elektrischer Strom Leiter I. Klasse
Leiter II. Klasse Elektronenstrom Ionenstrom
Gleichstrom Wechselstrom Impulsstrom
Stromdichte elektrisches Strömungsfeld Leiter
Isolatoren Halbleiter Spezifischer Widerstand
Widerstand Leitfähigkeit Supraleitung
Joulesche Wärme Elektrolyse magnetisches Feld
Stromformen
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